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RECHT AKTUELL Neue Gesetzgebung sichert objektive Emissions-Messungen. Droht Daten-Monopol?

Vor zwei Jahren einigten sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auf neue Anforderungen und Testverfahren für die Zertifizierung von Pkw und Nutzfahrzeugen auf der Straße unter Einbeziehung portabler Emissionsmesstechnik, dem Portable Emissions Measurement System, kurz PEMS. Neben einem neuen Testverfahren, dem sogenannten Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure (WLTP), inklusive neuem Testzyklus für das Labor, dem Light-Duty Vehicles Test Cycle (WLTC) gelten ab September 2017 mit der in vier Paketen aufgeteilten Real-Driving-Emissions (RED)-Gesetzgebung neue Anforderungen an die Typenprüfung. Ziel dabei ist es, die tatsächliche oder vermutete Lücke zwischen Herstellerangaben und den auf der Straße ermittelten Werten zum Kraftstoffverbrauch und zu den Emissionswerten zu schließen.

Verglichen mit den bisherigen Testzyklen wie dem neuem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) und den definierten Prüfbedingungen auf dem Rollenprüfstand, hängen die Ergebnisse eines RDE-Tests deutlich stärker von der hohen Dynamik einer realen Straßenfahrt sowie von externen Faktoren, wie Umgebungsbedingungen, Straßenbeschaffenheit sowie Fahrstil, ab.

Droht ein Daten-Monopol zu Gunsten der Autohersteller?

Die Digitalisierung hat in der Autobranche schon lange Einzug gehalten. Waren früher in den Werkstätten Einstellarbeiten mit Handwerkzeugen möglich, können diese heute nur in Verbindung mit den entsprechenden Steuerungsgeräten bewältigt werden. Dies heißt, dass der „Dialog“ mit dem Fahrzeug ein unerlässlicher Teil der Diagnostik ist. Seit dem Jahr 2001 ist in der EU der OBD-Stecker (On-Board-Diagnose) im Fahrzeug als Datenschnittstelle für Multimarken-Diagnosegeräte vorgeschrieben. Das heißt, dass alle Mechaniker Zugang zu den Fahrzeugdaten haben, um Service- und Reparaturleistungen zu erbringen. Nunmehr hat die EGEA (European Garage and Test Equipment Assoziation) festgestellt, dass ein Fahrzeughersteller bei drei Modellen der neuesten Baureihe die Datenkommunikation zwischen OBD-Stecker und Multimarken-Diagnosegeräten nicht mehr ermöglicht. Konkret heißt dies, dass damit den freien Autowerkstätten der für die Reparatur- und Wartungsinformation notwendige Datenzugang verwehrt ist. Sie können nicht einmal mehr einen Bremsklotz wechseln.

Sieben große europäische Verbände, ebenso die Wirtschaftskammer Österreich fordern, dass der freie Zugang zum OBD-Stecker erhalten bleiben und Teil der neuen Typengenehmigungs-Rahmenverordnung werden muss. Rückfragen und weitere Informationen: Wolfgang Dietrich vom Landesgremium Wien des Fahrzeughandels (w.dytrich@gmail.com).