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Nevada: Dem Klimawechsel auf der Spur

Wirken sich Änderungen des Erdmagnetfelds auf das Klima aus?

Wer am Rande von Death Valley im US-Bundesstaat Nevada durch die Amargosa-Wüste fährt, stößt auf ein geologisches Juwel. Eine schmale Felsspalte gibt dort den Blick frei auf ein weitläufiges unterirdisches Wasserreservoir, das einen Hotspot der Paläoklimaforschung darstellt.

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Felskluft Devils Hole in der Wüste von Nevada

In einem Projekt des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) untersuchen Wissenschaftler der Universität Innsbruck dieses wertvolle Klimaarchiv mit dem Ziel, den „Klimakalender“ bis auf 800.000 oder vielleicht sogar rund eine Million Jahre zu erweitern. Dafür werden Proben des Kalzits von oberhalb des Grundwasserspiegels mit Bohrkernen entnommen und mit neuesten Messmethoden zeitlich eingestuft. Das Besondere an diesem Ort ist nämlich, dass hier Kalzit extrem langsam und kontinuierlich auskristallisiert, Lage für Lage, wie bei einem Baum, nur tausend Male länger. Anders als vergleichsweise bei Tropfsteinen, die ebenso gesuchte „Klimaarchive“ der Forschung sind, wo das Wachstum nicht selten nach ein paar tausend, spätestens aber nach wenigen zehntausend Jahren wieder stoppt. Die neuen Messungen zur zeitlichen Einstufung der Kalzitablagerungen zeigen auch, dass der Wasserspiegel vor rund 20.000 Jahren deutlich höher war – um rund neun Meter. Damit kann das Forscherteam die Trocken- und Feuchtphasen in diesem Teil von Nordamerika rekonstruieren und damit auch ein klares Bild der Klimageschichte zeichnen.

Aber auch andere Daten helfen bei der Neuberechnung des Klimakalenders, wie etwa magnetische Signale, denn die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich vor rund 780.000 Jahren das Erdmagnetfeld um 180 Grad gedreht hat.

Weitere Informationen bei Univ.-Prof. Dr. Christoph Spötl von der Universität Innsbruck (christoph.spoetl@uibk.ac.at).