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Spritpreisdebakel – unglaublich aber wahr

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. © Energie Vision
Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.
© Energie Vision

Die Diskussionen über den Spritpreis gibt es immer dann, wenn eine hohe Inflation den Unmut der Bevölkerung hervorruft und der Staat mit der Forderung nach einem niedrigen Spritpreis versucht, die Lage zu kalmieren.

Zuerst wird dem Tankstellenmarkt mangelnder Wettbewerb unterstellt. Die einmal von der Regierung, den Sozialpartnern und Autofahrerklubs in Auftrag gegebene Marktstudie bestätigte jedoch, dass am österreichischen Tankstellenmarkt ausreichend Wettbewerb herrscht, auch wenn die Preise über den EU-Schnitt liegen, was aufgrund diverser Kostenfaktoren auch durchaus berechtigt ist. Zusammengefasst heißt dies, dass Angebot und Nachfrage und somit auch die Preisentwicklung im Gleichgewicht sind.

Vor Jahren hat der damalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser im Nachrichtenmagazin NEWS die explosiven Treibstoffpreisen als Benzinpreis-Skandal der österreichischen Ölindustrie bezeichnete. Heute gibt sich die Bundesregierung mit der Spritpreis-Bremse moderater. Sie wird von der Autofahrergemeinschaft grundsätzlich akzeptiert – vielleicht auch deshalb, weil sie vor Ort, also an den Tankstellen, nicht wirklich nachvollziehbar ist. Sie wäre es, hätten wir in Österreich noch amtliche Höchstpreise, die dann entsprechend an den Tankstellen optisch erkennbar abgesenkt würden.

Finanziert die Ölbranche das öffentliche Leben?

Beim Sprit gibt es keine Mogelpackungen. Die Sprit-Preise sind klar und deutlich. Die Marke garantiert Qualität. Die Kundin kann sicher sein, dass nur Top Sprit in den Tank fließt.  
© Energie Vision
Beim Sprit gibt es keine Mogelpackungen. Die Sprit-Preise sind klar und deutlich. Die Marke garantiert Qualität. Die Kundin kann sicher sein, dass nur Top Sprit in den Tank fließt.  
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Die Ölbranche finanziert das öffentliche Lebe nicht direkt durch freiwillige Zahlungen, sondern indirekt als Steuerzahler und Arbeitgeber. Durch staatliche Abgaben auf die Fossilen – wie Energiesteuer und Mehrwertsteuer – liefern die Verbraucher und die Industrie Milliardenbeträge an den Fiskus ab. Als wichtigster Energieträger für den Transport und die Industrie hält Öl die Wirtschaft am Laufen. Indirekt ermöglicht diese Mobilität die wirtschaftliche Wertschöpfung, die wiederum die Steuereinnahmen des Staates speichert.

Die heimische Ölindustrie hat im Jahr 2025 rund 8 Milliarden Euro an Mineralöl-, Umsatz- und Klima-Steuer gezahlt. Dazu kamen noch rund 450 Millionen Euro an Dividende von der teilstaatlichen OMV AG.

Eine Berechnung von dem Autofahrerclub ÖAMTC im Jahr 2005 bestätigte, dass bei Sprit der Staat 52,8 Prozent pro Liter kassiert. Der Mineralölkonzern entlang der Wertschöpfungskette von der Exploration über das Bohrloch bis zur Zapfsäule 47,2 Prozent. Und das hat sich bis heute nicht viel verändert – bestätigt der Fachverband der Energierohstoff- und Kraftstoffindustrie in der Wirtschaftskammer Österreich.

Macht nur der Sprit das Autofahren teuer? Nein!

Die Belastungswelle hat viele Namen. Die höchsten Kosten betreffen Versicherungen, Service und Steuern. Das wurde schon einmal durch das renommierte Marktforschungsinstitut Kreutzer Fischer & Partner erhoben. Nur 20 Prozent der Kfz-Kosten entfallen auf den Treibstoff.

Im Unterschied zum Lebensmittel- und sonstigen Handel wird der Spritpreis emotionalisiert, denn er muss öffentlichkeitswirksam auf den großen Preistransparente ausgezeichnet werden. So liefert er auch ein Stimmungsbild, das den realen Marktverhältnissen nicht immer entspricht.