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70 Jahre OMV – die wechselvolle Geschichte einer innovativen Industrie

Der Grundstein für den Ausbau der neuen Raffinerie wurde am 22. April 1958 gelegt. Bei der Inbetriebnahme am 27. Juni 1961 waren Bundespräsident Adolf Schärf, Bundeskanzler Alfons Gorbach, Vizekanzler Bruno Pittermann, Kardinal Franz König und der gesamte Vorstand der OMV anwesend.
© OMV
Der Grundstein für den Ausbau der neuen Raffinerie wurde am 22. April 1958 gelegt. Bei der Inbetriebnahme am 27. Juni 1961 waren Bundespräsident Adolf Schärf, Bundeskanzler Alfons Gorbach, Vizekanzler Bruno Pittermann, Kardinal Franz König und der gesamte Vorstand der OMV anwesend.
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Die Geschichte der OMV ist untrennbar verbunden mit dem Kernstück des Unternehmens – der Raffinerie Schwechat, die im Jahr 1936 von der Nova Öl- und Brennstoffgesellschaft als Verarbeitungsbetrieb für rumänisches Ölprodukte errichtet wurde. Im Jahr 1938 übernahm die IG Farbenindustrie AG, das damals größte Chemieunternehmen der Welt mit Sitz in Frankfurt am Main und dann in weitere Folge die DEA Deutsche Erdöl AG den Standort in Schwechat. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges waren sowohl die Raffinerie als auch das inzwischen errichtete Tanklager Lobau als rüstungsnahe Betriebe massiven Bombardements ausgesetzt. Was nach Kriegsende dann noch intakt war, wurde von den sowjetischen Besatzungskräften beschlagnahmt und erst wieder nach Abschluss des Staatsvertrages im Jahr 1955 Österreich zurückgegeben.

Die heutige OMV wurde offiziell am 3. Juli 1956 gegründet und als „Österreichische Mineralölverwaltung Aktiengesellschaft“ in das Handelsregister eingetragen. Sie trat damals die Nachfolge der sowjetischen Mineralölverwaltung (SMV) an und stand zu 100 Prozent im Eigentum der Republik Österreich. Die Öffnung, das heißt, die ersten Schritte der Privatisierung erfolgten erst ab dem Jahr 1994 mit der Beteiligung am Aktienpaket durch die IPIC, einem Investmentfonds der Abu Dhabi National Oil Company mit aktuell 24,9 Prozent. Mehrheitsaktionär mit 31,5 Prozent ist die Österreichische Beteiligungsaktiengesellschaft (ÖBAG).

Die OMV beschäftigt weltweit rund 22.300 Mitarbeitende und erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 24 Milliarden Euro. Wichtige Beteiligungen wie OMV Petrom in Rumänien oder Borouge International unterstreichen die internationale Ausrichtung des Unternehmens. Doch die jüngste Veränderung geht tiefer als jede Expansion zuvor. Während die Vergangenheit vor allem von der Suche nach neuen Lagerstätten und Absatzmärkten geprägt war, steht nun die Frage im Mittelpunkt, wie Energieversorgung, industrielle Wertschöpfung und Klimaschutz miteinander vereinbart werden kann.

Ein Beispiel für diesen Wandel ist das Engagement von OMV im Bereich Geothermie. Die Nutzung von Erdwärme gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende, da sie unabhängig von Wetterbedingungen kontinuierlich Energie liefern kann. Eine weitere Säule der Transformation liegt in der Kreislaufwirtschaft. Während Kunststoffe häufig ausschließlich mit Umweltproblemen in Verbindung gebracht werden, richtet sich der Blick zunehmend auf die Frage, wie Materialien möglichst lange im Wirtschaftskreislauf gehalten werden können. Besonders herausfordernd gestaltet sich die Dekarbonisierung des Flugverkehrs. Elektrische Antriebe oder Wasserstofflösungen befinden sich vielfach noch in frühen Entwicklungsphasen.

Ob nun Geothermie, Recycling, Wasserstoff oder Kohlendioxid-Abscheidung (CCS), die meisten Zukunftsprojekte von OMV sind technologiegetrieben. Entsprechend fokussiert investiert der Konzern in Technologien der Zukunft, mit dem Ziel Innovationen nicht nur zu entwickeln, sondern auch im industriellen Maßstab umzusetzen. Gerade darin liegt eine zentrale Herausforderung für Europa. Und die neue Markenidentität, die 2024 vorgestellt wurde, symbolisiert diesen Wandel auch nach außen.

Die Geschichte der OMV ist damit weit mehr als die Geschichte eines einzelnen Unternehmens. Sie spiegelt die Entwicklung der europäischen Energieversorgung über sieben Jahrzehnte hinweg wider. Vom Wiederaufbau der Nachkriegszeit über die Ära des Öl- und Gasbooms bis hin zur heutigen Transformation zeigt sich, wie eng wirtschaftlicher Fortschritt, technologische Innovation und gesellschaftlicher Wandel miteinander verbunden sind.